BUNDABERG - HELLO AND BYE!

05 Dezember 2015

Guten Tag meine Lieben daheim in Deutschland! Es ist mal wieder eine Weile her, dass ich euch auf den neusten Stand gebracht habe und in der Zeit ist eine ganze Menge passiert. Und weil der letzte Post in Brisbane endete und die Chronologie der Ereignisse nicht ganz vernachlässigt werden soll, schließe ich genau da an. Als es nämlich hieß: ab nach Bundaberg. Über diesen Abschnitt der Reise  versuche ich mich kurz zu halten, am liebsten würde ich ihn nämlich aus meinem Gedächtnis verbannen. :D 


Hintergrund war der Plan ein bisschen Geld auf einer Lemonfarm mit versprochenen 180 Dollar am Tag zu verdienen. Realität: Für die Woche im heruntergekommenen Hostel gingen schonmal 200 Dollar drauf und von Lemons haben wir nie was gesehen. In der gesamten Woche durften wir ganze zwei Tage arbeiten. 

Nummer eins war Paprikas verpacken -immerhin stündlich bezahlt aber 10 Stunden am Tag am Fließband zu stehen und Paprikas nach Größe und Qualität zu sortieren, wobei man auch noch dazu angeordnet wurde, die Hälfte wegzuschmeißen, ist definitiv kein Spaß. Die Entscheidung, ob ich diesen Job noch einmal ausüben wollte, wurde mir dann aber auch schon schnell genommen. Schließlich hatte ich zusammen mit ein paar anderen versucht der absoluten Monotonie ein wenig Spaß zu verleihen indem wir ein paar Worte über unsere Reise austauschten. Am nächsten Morgen hieß es dann kurzerhand, wir seien gefeuert (Wer redet, arbeitet zu langsam. Ist doch klar!) obwohl diese launische Supervisorin im Capsicum Shed am Vorabend noch betonte, sie würde in den ersten Tagen definitiv niemanden rausschmeißen. Und auch wenn es in dem Moment schon ein bisschen erniedrigend war, einfach mal gefeuert zu werden, kann ich mittlerweile nur noch lachen, wenn ich daran zurückerinnere. 

Der zweite Arbeitstag war gleich viiiiiiiiiel spaßiger -NICHT. Alicia und ich saßen Anfang der Woche noch in unserem Hostelbett und versuchten, uns an den schlimmsten Tag in unserem Leben zurückzuerinnern. Tja, ich kann euch sagen, dieser Arbeitstag überbietet ALLES an Grausamkeit. Aufgabe war tomatopicking. Diesmal also nicht Paprikas am Fließband in Kisten packen sondern zur Abwechslung mal Tomaten von einer Maschine aus pflücken. Nachdem eine vergleichsweise etwas gesprächigere von den gefühlten 1000 Asiaten am Tag zuvor zu uns meinte, es sei SO MUCH FUN, ahnten wir morgens um halb sechs im Bus noch nicht, was da tolles auf uns zukommen würde. Ich habe schon oft versucht, diesen Tag in Worte zu fassen, aber so eine Demütigung, Sklaverei und Ausbeutung zu beschreiben ist schlichtweg unmöglich. Die physische Arbeit an und für sich war schon extremst hart. Schließlich hing man den gesamten Tag (12 Stunden lang) von der Maschine gebückt und musste in einem unmöglichen Tempo erstmal entscheiden, was denn jetzt rot genug ist, dann eben alles reife pflücken und aber auch noch die überreifen wegschmeißen, was wiederum bedeutet, dass die Hälfte weggeschmissen wurde. Was aber noch viel, viel schlimmer war, war der Drill, der von den asiatischen Supervisorn ausging. Wir wurden 12 Stunden lang schlichtweg angeschrien, Wenn ich je wieder in meinem Leben „OPEN THE BUSH“, „CHECK YOUR ROW“, „FAAAAASTER“, „TOO MANY RED“ oder irgendwas in diese Richtung höre, dann ist vorbei. :D Wir standen gegen Ende des Tagen einfach nur noch da und versuchten irgendwie irgendwas aufzupicken und wussten dabei nicht so ganz ob wir jetzt weinen oder lachen sollten. Aber ich kann nicht oft genug betonen, wie furchtbar es war! Vor allem wenn man bedenkt, dass wir für den tag so um die 40 Dollar kriegen. 

Damit war es also vorbei mit dem Kapitel Farmarbeit -nie, nie wieder!

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